Akademieakt

Begriff und Funktion

Der Akademieakt, im Italienischen als accademia del nudo bezeichnet, beschreibt die systematische Anatomiestudie nach einem lebenden Modell. Diese Übung bildet seit der Renaissance das Standardthema der akademischen Ausbildung. Die Sitzungen dauern meist 2 bis 4 Stunden. Während dieser Zeit zeichnen oder modellieren Schüler den menschlichen Körper. Frauen wurden erst Mitte des 19. Jahrhunderts zum Studium des nackten Modells zugelassen.

Hauptphasen

Die Institutionalisierung begann mit der Florentiner Accademia del Disegno, die 1563 von Giorgio Vasari unter Cosimo I. gegründet wurde. Carl Goldstein beschreibt in Teaching Art: Academies and Schools from Vasari to Albers (Cambridge 1996) diese Entwicklung als Grundstein für das systematische Aktstudium. Die römische Accademia di San Luca folgte 1577. Später wurde die Pariser Académie Royale im Jahr 1648 etabliert. Die Berliner Akademie schloss sich 1696 an diesen Bildungsweg an.

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