Akanthus

Begriff und botanische Vorlage

Der Begriff leitet sich vom griechischen ákanthos (ἄκανθος) ab. Als botanische Vorlagen dienen die Arten Acanthus mollis sowie Acanthus spinosus. Marcus Vitruvius Pollio beschreibt in seinem Werk De architectura libri decem, Buch 4, einen Mythos zur Entstehung dieses Ornaments. Demnach beobachte Kallimachos das Blattwerk an einem Grabkorb in Korinth. Diese Erzählung ist als Legende zu behandeln, da die Verwendung der Pflanze in der Bildhauerei bereits wesentlich älter ist.

Anwendung in der Bildhauerei

Das korinthische Kapitell nutzt einen zweireihigen Blattkranz als kanonisches Element. Das früheste erhaltene Beispiel findet sich am Tempel des Apoll Epikourios in Bassai, datiert auf um 420 v. Chr. In der römischen Kaiserzeit erscheint das Motiv an der Ara Pacis Augustae (13–9 v. Chr.). Heinrich Bauer beschreibt in Korinthische Kapitelle des 4. und 3. Jahrhunderts v. Chr. (Berlin 1973) die stilistische Entwicklung dieser Blattformen. Die Renaissance übernahm das Motiv zur Dekoration von Pilaster-Kapitellen.

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