Fackel

Begriff und ikonografische Funktion

Die Bezeichnung leitet sich vom lateinischen fax (Plural faces) oder dem griechischen dais (δαΐς) ab. In der antiken Ikonografie dient das Objekt als Attribut verschiedener Gottheiten. Hymen, Demeter, Persephone und Hekate tragen die Fackel in ihren mythologischen Kontexten. Nikolaus Hopfner beschreibt in seinen Studien zur Fackel als Attribut (Wien 1968) die variablen Bedeutungsgehalte dieses Objekts. Während die brennende Fackel Erleuchtung oder Hochzeitsrituale signalisiert, deutet eine nach unten geneigte Fackel auf das Erlöschen der Liebe oder den Tod hin.

Anwendung in der Bildhauerei

In der antiken Grabplastik findet sich das Motiv des Eros mit erloschener Fackel häufig auf Sarkophagen wieder. Ein Beispiel hierfür bildet die Gruppe in der Berliner Antikensammlung. Der Klassizismus adaptierte diese Formensprache für Grabmonumente. Antonio Canova schuf im Rahmen des Grabmals für Maria Christina in der Wiener Augustinerkirche (1798–1805) Hymen-Figuren mit Fackeln. In der christlichen Bildhauerei erscheint die Fackel als Attribut der Hl. Gertrud von Helfta.