Hochrelief

Begriff und Abstufung

Ein Hochrelief bezeichnet eine plastische Form, bei der die Motive mehr als 50 % ihres Volumens aus der Grundplatte herausragen. Im Italienischen wird dieser Begriff als alto rilievo bezeichnet (Andreas Beyer (Hg.): Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. IV). Die bildhauerische Tiefe folgt einer klaren Skala. Das Flachrelief (basso rilievo) weist eine Aushebung von weniger als 50 % des Volumens auf. Das Halbrelief (mezzo rilievo) liegt bei etwa 50 %. Während beim Hochrelief die Figuren oft fast freistehend wirken, vollendet die Vollplastik den Übergang zur rundum sichtbaren Skulptur.

Hauptbeispiele

Die Parthenon-Metopen (447–432 v. Chr.), die heute im British Museum und im Akropolismuseum Athen aufbewahrt werden, nutzen das Hochrelief für ihre Kampfszenen. Am Pergamonaltar zeigt die Gigantomachie (170–160 v. Chr., Pergamonmuseum Berlin) Figuren mit extrem hoher Plastizität. Lorenzo Ghiberti schuf für das Baptisterium Florenz den Paradiestür (1425–52), wobei er komplexe Hochrelief-Kompositionen einsetzt. Gian Lorenzo Bernini nutzte diese Technik in der Cornaro-Kapelle (1647–52) für die dramatische Inszenierung der Figuren.