Karyatide
Begriff und Etymologie
Der Begriff leitet sich vom griechischen karyatides (κορεαι) ab, was die Mädchen aus Karyai in Lakonien bezeichnet. Marcus Vitruvius Pollio führt in seinem Werk De architectura (Buch I, Kap. 1,5) eine Sage an, nach der die Bewohner von Karyai die Perser unterstützten. Athen versklavte die Frauen als Strafe für diesen Verrat, weshalb sie in der Architektur als tragende Figuren erscheinen. Das männliche Pendant zu dieser Form ist der Atlas oder die Atlanten-Figur.
Beispiele
Das bekannteste Beispiel sind die sechs Karyatiden des Erechtheion auf der Akropolis in Athen, die zwischen 421 und 406 v. Chr. entstanden. Diese Figuren haben eine Höhe von ca. 2,30 m. Das Neue Akropolismuseum in Athen bewahrt fünf dieser Originale unter der Inventarnummer 001-005 auf. Frühere Anwendungen finden sich am Schatzhaus der Knidier und der Siphnier in Delphi um 530 v. Chr. Hans-Volkmar Herrmann beschreibt in Die Karyatiden vom Erechtheion (1971) die spezifische Lastverteilung der Skulpturen. Im Klassizismus schuf Jean Goujon um 1660 Figuren für den Pavillon des Saint-Sulpice in Paris.
Diesen Artikel zitieren
Redaktion euroskulpa.de (2026). Karyatide. In: euroskulpa.de — Archiv europäischer Bildhauerei. https://euroskulpa.de/artikel/glossar-karyatide/ (Abruf: 23.05.2026)
"Karyatide." euroskulpa.de — Archiv europäischer Bildhauerei, Redaktion euroskulpa.de, 2026, https://euroskulpa.de/artikel/glossar-karyatide/. Abruf 23.05.2026.
Redaktion euroskulpa.de, "Karyatide," euroskulpa.de — Archiv europäischer Bildhauerei, 2026, https://euroskulpa.de/artikel/glossar-karyatide/ (Abruf 23.05.2026).
Redaktion euroskulpa.de (2026) "Karyatide", euroskulpa.de — Archiv europäischer Bildhauerei. Verfügbar unter: https://euroskulpa.de/artikel/glossar-karyatide/ (Abruf: 23.05.2026).
Redaktion euroskulpa.de: Karyatide. In: euroskulpa.de — Archiv europäischer Bildhauerei, 2026. — URL: https://euroskulpa.de/artikel/glossar-karyatide/ (Abruf: 23.05.2026)