Modellieren
Begriff und Material
Der Begriff leitet sich vom lateinischen modellare (formen) ab, was auf modus (Maß) zurückgeht. Während das Bildhauen durch den abtragenden Prozess an harten Werkstoffen wie Carrara-Marmor erfolgt, ist das Modellieren ein additiver Vorgang. Die Hauptmaterialien sind Ton (creta), Wachs (cera) und Stuck. Sergio Marinelli beschreibt in Le tecniche dello scultore (Padua 1995) die physikalischen Eigenschaften dieser weichen Substrate.
Anwendung in der Bildhauerei
Bildhauer nutzen das Modellieren für vorbereitende Bozzetti im Maßstab 1:5 bis 1:10. Diese Studien dienen der Kompositionsfindung. In der Canova-Werkstatt finden sich Tonmodelle, die heute in der Gipsoteca Canoviana in Possagno aufbewahrt werden. Wachs dient zudem dem Direktguss im Wachsausschmelzverfahren. Ein Beispiel bilden die Wachs-Bozzetto-Vorzeichnungen für den Petersplatz in den Vatikan-Sammlungen, die aus der Werkstatt von Bernini stammen.