Giebelfeld
Begriff und Architektur
Das Giebelfeld bezeichnet die dreieckige Fläche innerhalb des Giebels eines Tempels oder Portikus. Der griechische Begriff lautet tympanon (τύμπανον), während der lateinische Fachbegriff tympanum ist. Die geometrische Grundform ist ein gleichschenkliges Dreieck, wobei die Höhe in der Mitte ca. 1/8 der Basisbreite beträgt.
Skulpturale Gestaltung
Die bildhauerische Ausgestaltung folgt einer strengen Kompositionslogik zur Bewältigung des begrenzten Raumes. Eine zentrale Figur steht meist frontal im Zentrum, während die seitlichen Figuren liegend, kniend oder hockend positioniert werden, um die schräge Begrenzung des Feldes auszufüllen. Bernhard Schmaltz beschreibt in Griechische Grabreliefs (Darmstadt 1983) ähnliche räumliche Anpassungen bei Reliefformen.
Wichtige Beispiele sind der Aphaiagiebel (um 510–480 v. Chr.), der heute in der Glyptothek München unter den Inventarnummern Inv. 74–79 aufbewahrt wird. Der Parthenon-Giebel (438–432 v. Chr., Werkstatt Phidias) befindet sich im British Museum. Der Olympia-Zeustempel-Westgiebel (ca. 460 v. Chr.) ist im Archäologischen Museum Olympia untergebracht. Bert Smith führt in Hellenistische Skulptur (Mainz 1996) die Entwicklung dieser Figurengruppen aus.