Pietà

Die Pietà oder Vesperbild zeigt Maria mit dem vom Kreuz abgenommenen, toten Christus auf dem Schoß. Der Bildtypus entstand im frühen 14. Jahrhundert in mitteldeutschen Skulpturwerkstätten und gehört nicht zum biblischen Erzählkanon, sondern zu den Andachtsbildern. Frühe Beispiele wirken hart und klagend; das Röttgener Vesperbild (um 1330, Bonn, LVR-LandesMuseum) ist Kanon. Michelangelo Buonarroti formte 1499 die Vatikanische Pietà zur klassischen, ruhigen Synthese um. Bildhauer des 19. und 20. Jahrhunderts, etwa Auguste Rodin und Käthe Kollwitz, knüpften an den Bildtyp an, oft mit anti-klassischen Mitteln.