Polychromie
Mit Polychromie wird die farbige Fassung einer Skulptur bezeichnet. Griechische Marmorbildwerke trugen ursprünglich kräftige Bemalung an Haut, Haar, Augen und Gewändern; die Farben verwitterten oder wurden in der Frühen Neuzeit abgewaschen. Die Münchner Glyptothek präsentiert seit den 2000er-Jahren Rekonstruktionen, die die antike Buntheit zurückbringen. Mittelalterliche Holzfiguren wie das Goldene Madonna-Werk in Essen waren ebenfalls farbig gefasst. Die Vorstellung weißer, unbemalter Antike geht auf Winckelmanns ästhetisches Programm im 18. Jahrhundert zurück und prägte den Klassizismus bis weit in das 20. Jahrhundert.