Punktiersystem

Das Punktiersystem diente dazu, die Maße eines Gips- oder Tonmodells präzise auf den Marmorblock zu übertragen. An drei festen Bezugspunkten am Modell und am Stein wurde ein Holzrahmen befestigt; ein verschiebbares Lot bestimmte Tiefe und Lage jedes Messpunkts. Die Werkstattgehilfen bohrten an diesen Stellen vorsichtige Vorbohrungen in den Block, ehe der Meister die endgültige Form herausarbeitete. Antonio Canova systematisierte das Verfahren in seiner römischen Werkstatt; klassizistische Werkstätten des 19. Jahrhunderts arbeiteten danach industriell, was Bertel Thorvaldsen die parallele Produktion mehrerer Marmorrepliken erlaubte.