Putti
Begriff und Herkunft
Der Begriff leitet sich vom italienischen putto (Plural putti) ab, was auf das lateinische putus für Knabe zurückgeht. In der Bildhauerei bezeichnet er kindliche Figuren. Während geflügelte Varianten oft synonym mit Amorette verwendet werden, unterscheidet sich die Typologie von Engeln oder Cherubim durch ihren Status. Putti agieren säkular-spielerisch innerhalb einer Komposition. Cherubim hingegen besitzen einen fest definierten theologischen Rang. Die antiken Vorbilder finden sich in Eros-Darstellungen der hellenistischen Zeit um 300 v. Chr.
Hauptbeispiele und Werkstattlinien
Donatello belebt die antike Tradition mit der Cantoria (1431–1438, Museo dell'Opera del Duomo, Florenz) neu. Vasari beschreibt in Le vite (1568, Vita Donatellos) die plastische Kraft dieser Reliefs. Ein weiteres Beispiel ist der Putto mit Delfin (um 1470, Palazzo Vecchio, Florenz), der der Werkstatt Verrocchio zugeschrieben wird. In der Hochrenaissance erscheinen Putti in Raffaels Sixtinischen Madonna (1512–13) am unteren Bildrand. Gian Lorenzo Bernini nutzt ähnliche Motive am Fontana dei Quattro Fiumi (Vier-Ströme-Brunnen, 1651) in Rom.
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Redaktion euroskulpa.de (2026). Putti. In: euroskulpa.de — Archiv europäischer Bildhauerei. https://euroskulpa.de/artikel/glossar-putti/ (Abruf: 23.05.2026)
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