Sarkophag
Begriff und Funktion
Der Begriff leitet sich vom griechischen sarkophagos (σαρκοφάγος) ab, was „fleisch fressend“ bedeutet. Diese Bezeichnung bezog sich ursprünglich auf eine vermeintliche Eigenschaft bestimmter Gesteine, welche die Verwesung des Leichnams beschleunigen sollten. In der Bildhauerei dient der Sarkophag als Steinsarg für Bestattungen. Als Hauptmaterial wird Marmor verwendet, wobei Pentelikon- oder Lunensischer Marmor dominieren; Kalkstein findet seltener Anwendung.
Hauptphasen
Die römischen Sarkophage des 1. bis 3. Jahrhunderts n. Chr. zeigen mythologische Themen wie Endymion, Meleager, Hippolytos oder Ariadne. Ein Beispiel für die Darstellung von Kampfzenen ist der Schlachtsarkophag Ludovisi, datiert auf 250–260 n. Chr., der im Museo Nazionale Romano unter der Inventarnummer Inv. 8574 geführt wird. Guntram Koch und Hellmut Sichtermann beschreiben in ihrem Werk Römische Sarkophage (München 1982) die Entwicklung dieser Typologien. Die frühchristliche Phase manifestiert sich im Junius-Bassus-Sarkophag aus dem Jahr 359 n. Chr., der in den Vatikanischen Grotten aufbewahrt wird. Im Mittelalter folgen darauf monumentale Grabtumben.