Tribon

Begriff und Verwendung

Der Begriff leitet sich vom griechischen tríbōn (τρίβων) ab, was ein abgenutztes Gewand bezeichnet. Dieses Kleidungsstück bestand in der Antike aus grob gewebter, ungebleichter Schafwolle. Spartaner sowie Kyniker trugen den Tribon als Zeichen asketischer Lebensführung im Alltag. In der Spätantike, etwa im 4./5. Jh. n. Chr., erfolgte eine Übernahme durch Darstellungen frühchristlicher Eremiten.

Plastische Umsetzung

Die skulpturale Darstellung erfolgt meist als rechteckige Stoffbahn, die über die linke Schulter geschlagen wird, wobei beide Enden verknüpft sind. In der Bildhauerei erzeugt dieser Faltentyp spezifische plastische Tiefen. Ein Beispiel ist der Sokrates-Typus A (nach Gisela Richter, The Portraits of the Greeks, 1965), wie er in einer römischen Marmorkopie im Louvre (Inv. MR 88) vorliegt. Paul Zanker (Die Maske des Sokrates, 1995) beschreibt die ikonografische Funktion dieser Gewandung bei Diogenes-Statuen.