Henry Moores King and Queen
Henry Moore schuf die Skulpturengruppe King and Queen zwischen 1952 und 1953. Das Werk besteht aus zwei sitzenden Figuren auf einer gemeinsamen Bank. Die Ausführung erfolgte als Wachsausschmelzguss in Bronze. Die Gruppe ist Teil der Glenkiln-Sammlung in Schottland.
Der Auftrag für die Skulptur ging von Tony Keswick aus. Er sammelte Werke für den Glenkiln Estate, welcher 1949 gegründet wurde. Das ursprüngliche Tonmodell entstand im Jahr 1952. Der erste Bronze-Guss folgte 1953.
Auftrag und Datierung
Die Entstehung der Skulptur ist eng mit der Entwicklung der Glenkiln-Sammlung verknüpft. Tony Keswick beauftragte Moore, um eine zentrale Gruppe für den schottischen Landsitz zu schaffen. Das Tonmodell wurde 1952 angefertigt. Der erste autorisierte Bronze-Guss erfolgte im Jahr 1953. Diese Datierung wird durch das Henry Moore Foundation Werkverzeichnis gestützt.
Material und Werkstatt
Die Skulptur ist ein Wachsausschmelzguss in Bronze. Die Höhe der Figuren beträgt 164 cm. Für die technische Umsetzung arbeiteten die Hoglands mit einer Berliner Werkstatt für Bronzegüsse zusammen. Insgesamt existieren vier autorisierte Güsse dieser Gruppe. Diese befinden sich heute in Glenkiln, Antwerpen, im Middelheim Skulpturengarten und in der Tate Modern.
Beschreibung und Komposition
Die Komposition zeigt zwei sitzende Figuren, die eine gemeinsame Bank nutzen. Der König trägt eine Krone, während die Königin ohne Kopfschmuck dargestellt ist. Die Formen sind leicht abstrahiert. Moore reduzierte die Gesichtsdetails auf ein Minimum. Die Körperhaltung vermittelt eine Pose der Würde.
Ein charakteristisches Merkmal ist die durchbrochene Form. Ein Hohlraum zwischen den beiden Figuren bildet einen negativen Raum. Diese Behandlung des Zwischenraums ist typisch für die Bildhauerei Moores. Die Massivität der Bronze kontrastiert mit den Aussparungen in der Sitzordnung.
Ikonografische Quelle und Bedeutung
Die Interpretation der Skulptur als Porträt historischer Monarchen ist nicht korrekt. In einem Brief an James Johnson Sweeney aus dem Jahr 1954 erklärte Moore, dass es um Würde und Ruhe gehe. Er betonte, dass die Figuren keine Verkörperung eines bestimmten Königs seien. Die Skulptur stellt eine moderne Form des Royal-Motivs dar, ohne historische Spezifität zu besitzen. Sie fungiert als universale Form der Würde.
Will Grohmann beschreibt in The Art of Henry Moore (London 1960) die formale Strenge dieser Phase. James Johnson Sweeney lieferte in seinen Schriften für das Bulletin of MoMA (1946–1954) wesentliche Einordnungen zur Entwicklung der monumentalen Formensprache Moores. Die Skulptur nutzt die Abstraktion, um über das Individuelle hinauszuweisen. David Mitchinson führt in Henry Moore. Sculpture (London 1981) die Entwicklung der sitzenden Figuren hin zu dieser monumentalen Ruhe aus.
Standorte der Güsse
Die Verteilung der vier autorisierten Güsse ist dokumentiert:
- Der Originalguss von 1953 befindet sich auf dem Glenkiln Estate in Schottland.
- Ein Guss steht im Middelheim Skulpturengarten in Antwerpen.
- Die Tate Modern in London führt ein Exemplar unter der Inventarnummer T00385.
- Eine weitere Aufstellung erfolgte auf einem Hügel über dem Garry River in Schottland.
Eine Restaurierung im Jahr 2014 wurde unter der Leitung des National Trust Scotland durchgeführt.
Abbildungen
-
"Se vão da lei da morte libertando" (Luis de Camões) (14358994550), <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.flickr.com/people/46944516@N00">Pedro Ribeiro Simões</a> from Lisboa, Portugal, 2014-06-28 15:58. Wikimedia Commons. Wikimedia Commons, CC BY 2.0. -
4 a CANTERBURY GATE j 497, <a href="//commons.wikimedia.org/wiki/User:Peter_K_Burian" title="User:Peter K Burian">Peter K Burian</a>, 2018-06-06 07:22:41. Wikimedia Commons. Wikimedia Commons, CC BY 4.0.